Kleines #rp13-Fazit

Ich habe länger hin und her überlegt, ob ich ein Fazit zu meiner ersten re:publica verbloggen soll oder nicht. Da ich gerade passender Weise im St. Oberholz sitze, tu ich es nun doch. Wie vielleicht bekannt, bin ich ein leichter Kritiker der Berlin-Zentriertheit der deutschen Netzszene und der starken Fokusierung auf einigie wenige Multiplikatoren. Auf Meedia habe ich einen Artikel veröffentlicht, der sich kritisch mit der Rolle der re:publica und der Berliner Szene in ihr auseinandersetzt (zu lesen hier.) Ich war gespannt, wie die Reaktionen darauf ausfallen würden. Das große Echo blieb (bislang) aus. Ich erhielt überraschend viel Zuspruch, der fast überwiegend von anderen nicht-Berlinern kam. Einige Andere wollten die Kritik nicht gelten lassen und beriefen sich eher auf die Gegenargumentation, die Großen der Netzszene könnten ja nicht dafür, dass andere nicht groß würden und es sei auch nicht ihre Aufgabe. Genau das sehe ich etwas anders, denn die Probleme und Herausforderungen, vor denen wir stehen, müssen sich auf mehr Schultern verteilen.

Damit nun endlich auch zur diesjährigen rp: Etwas enttäuscht war ich von den Themen. Gelegentlich wollte ich mich zwei- oder dreiteilen. aber es gab viel häufiger Blöcke, in denen mich kein Pannel interessierte, besonders am zweiten Tag. Das hörte ich auch von vielen anderen. Zum Glück konnte man diese Zeit häufig gut durch Gespräche nutzen. In den meisten Fällen nahm ich aus denen mehr mit, als aus den Sessions. Wirklich „Neues“ erfuhr ich darin nämlich häufig nicht. Einige Vorträge gingen nicht über das hinaus, was man auch in den Blogs der jeweiligen Personen schon gelesen hat. Das schmerzte mich dann jedes Mal, weil ich bekanntlich gerne selbst mit Isabella eine Session zu Lokalblogs gehalten hätte, in der wir glaube ich neue Impulse hätten setzten können und obendrein auch zwei neue Köpfe gewesen wären. Aber so what.

Sehr viel für mich neues hörte ich im Pannel über digital natives im Krieg. Inspirierend fand ich den Vortrag über roboter ethics. Journalistisch relevante Neuigkeiten gab es in den Vorträgen zum ZDF Faktencheck und dem neuen Tatort+. Über diese beiden Sessions habe ich demnach auch – trotz Urlaub – für Meedia berichtet.

Schön war es auch, einige Personen wieder zu treffen. Zum ersten Mal getroffen habe ich ebenfalls ein paar, andere verpasste ich. das ärgert mich von allem am meisten. Leider hatte man für alle irgendwie zu wenig Zeit. Neue Kontakte habe ich kaum geknüpft, aber das lag nicht an mangelnden Gelegenheiten.

Nun zum Fazit:

Organisation: Man muss neidlos sagen, dass es ein gut organisiertes Event war. Aber wie immer gibt es noch Luft nach oben. Neben der im Meedia-Beitrag schon genannten Kritik, wäre zum Beispiel ein Vorabend-Checkin ratsam.

Impulse: Neue Ideen konnte ich leider keine mit nach Hause nehmen. Drei kleinere, die bereits länger bestehen, sollten nun aber angegangen werden, darin wurde ich ermutigt.

Kontakte: Leider kaum neue Kontakte, das hätte ich aktiver angehen müssen.

Journalistisch: Die Medienthemen waren berichtenswert, daher auch meine Texte, ansonsten hielt sich der Nachrichtenfaktor in Grenzen.

Themen: In den vergangenen Jahren fand ich mehr interessante Pannels auf dem Plan. Persönlich interessieren mich die vielen internationalen Sessions kaum. Was fast ganz fehlte, war Kontroverses. Es gab kaum unterschiedliche Meinungen auf den Podien oder kritische Fragen im Publikum. Etwas weniger Friede , Freude , Eierkuchen bitte!

Gehe ich nächstes Jahr wieder hin?
Ich weiß es nicht. Wenn ich wieder Zeit habe, vielleicht. Gerne würde ich vorher das Programm abwarten, aber man muss ja weit vorher buchen, will man nicht das Doppelte zahlen. Dass sich das ändert, glaube ich kaum. Sollte meine Kritik aufgegriffen werden, würde ich vermutlich allein deshalb schon kommen ;). Ob ich nochmal die Mühe mache, ein Pannel einzureichen, weiß ich auch nicht. Es ist gut möglich, dass ich wieder komme, weil irgendwas könnte ja doch passieren und ich will ja schon gerne die ganzen Leute treffen. Ohne die rp wäre mein Leben, auch mein digitales, jedoch nicht weniger erfüllt. Von daher kann es auch gut sein, dass ich meine Zeit und meinen Urlaub 2014 anders nutze.

Mit anderen Worten: Überzeugt mich 😉

PS: Text ist „on the fly“ geschrieben auf dem iPad. Seid also nicht so kleinlich in Sachen Tippfehler und co.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar


+ Captcha für - Spam (Ziffer eingeben): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.