IOC will Flüchtlingen helfen – Was Sport leisten kann

Das IOC hat bekannt gegeben zwei Millionen US-Dollar für die Flüchtlingshilfe bereitzustellen. Das Geld soll den nationalen OKs für Projekte mit Flüchtlingen zur Verfügung stehen. Das ist zunächst einmal ein guter Ansatz, aber noch viel zu wenig Geld für eine solche Organisation. Sport, ja vor allem auch Wettkampfsport und nicht nur gemeinsames Kicken, ist eines der besten Mittel zur Integration und zum Abbauen von Vorurteilen. In unserer HSV-Trainingsgruppe durften wir das schon mehrfach erleben und es ist im wahrsten Wortsinn eine Bereicherung.

Eine unkomplizierte Möglichkeit, Flüchtlingen die Teilnahme in deutschen (respektive denen des jeweiligen Aufnehmerlandes) Sportvereinen zu ermöglichen, etwa durch die Übernahme von Mitgliedsbeiträgen und Kosten für Sportgeräte und -kleidung und Transport wären super. Noch besser wäre, wenn Personen mit passenden Sprachkenntnissen aus der Welt des Sportes vermittelt werden können, denn meiner Erfahrung nach lernt man besser die „Schnauze“ des jeweiligen Landes gemeinsam mit Landsleuten in einer lockeren Atmosphäre als in sterilen Schulunterrichten (zumindest ergänzend). In jedem Fall reduziert es die Scheu, „drauf los zu plappern“ mit Händen und Füßen. Und man lernt wirklich etwas über das Leben der Menschen aus einem anderen Land.

Ich finde immer noch, das sich die Integration von Flüchtlingen in Hamburg und die Olympiabewerbung hier einander nicht ausschließen. Wer das Geld für das eine und das Geld für das andere gegeneinander ausspielt oder abwiegt, vertut eine Chance. Der eigentliche Gedanke von Olympia ist ein Fest der Völker. In diesem Geiste sollten die Olympia-Bemühungen auch stehen. Man wird sehen, ob das IOC es dann ernst meint. Aber: Was könnte es für eine bessere Geschichte geben, als wenn 2024 jemand in Hamburg im Stadionrund steht, der hierher kam und hier in Sportverein und Stadt ein neues Zuhause fand und sich nun vor den Augen der Welt mit Athleten von überall messen kann. Und wenn es an diesem Tag egal wäre, ob die Person das Trikot Deutschlands, Syriens, Ungarns oder was auch immer trägt. Denn es wäre ein Hamburger, der da antritt. Bei seinen Heimspielen!

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