Unsortierte Gedanken zur Bundestagswahl

Habe ich eine Meinung zum Wahlergebnis? Eine? Ich habe viele. Ich werfe meine Gedanken einfach mal in den Raum. Vielleicht kann jemand etwas mit welchen davon anfangen oder sie bieten Ausgangspunkte für Diskussionen:

– noch bereue ich nicht, wen ich gewählt habe. Mal schauen, wie lange das hält

– mit einer fast-absoluten Mehrheit für die CDU/CSU habe ich nicht gerechnet, ich hätte sie auch nicht für gut gehalten

– Merkel schafft es Koalitionspartner zu verspeisen

– auch wenn ich es nicht falsch finde, das AfD und FDP – letztere dieses Mal – nicht im Parlament sind, habe ich ein ungutes Gefühl dabei, wenn so fast 10 Prozent der Stimmen (plus weitere für andere Parteien) nicht repräsentiert sind. Vielleicht sollte man die Hürde senken, auch auf die Gefahr hin, das unorganisierte oder extreme Parteien in Mini-Fraktionen vertreten wären

– eine große Koalition jetzt hätte kaum eine Opposition. Auch das stimmt mich nachdenklich, da fast jede Entscheidung auch mit massig Abweichlern durch den Bundestag gewunken werden könnte

– eigentlich ein guter Zeitpunkt, in die FDP einzutreten. Vielleicht auch für eine Reihe realitätsnaher Piraten. Das Fehlen einer liberalen Partei in Parlamenten halte ich für langfristig nicht gesund

– wer aufmerksam ab 17 Uhr die Wahlsendungen verfolgte, konnte erahnen, dass die FDP in den Exitpools unter 5 % lag. Journalisten können einfach nicht ohne Andeutungen

– ich finde es weiterhin bedenklich, dass einige Bevölkerungsgruppen überdurchschnittlich stark vertreten sind, was an der Demographie liegt

– die Union hat die meiner Ansicht nach konservativste und Frauen-unfreundlichste Familienpolitik (und Frauenpolitik). Dennoch bekommt sie bei Frauen mehr Stimmen als bei Männern. Wollen Frauen Herdprämie? Oder einfach nur eine Frau als Regierungschefin? Oder ist beides letztlich egal in der Wahlentscheidung?

– aufbauend auf den letzten Punkt und noch weiter gefasst: allgemein finde ich es persönlich immer wieder überraschend (im Sinne von schwer nachzuvollziehen, nicht im Sinne von unerwartet), welche Themen wahlentscheidend sind, und welche nicht, was mich zu einer Frage führt: Wie kann man (können Journalisten), die Bedeutung einiger Themen besser transportieren?

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