Schrödingers Katze lief 800m – in 1:52,81

Published on: 30/06/2011
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Gestern lief ich in Trebur 800m beim Abendsportfest. Wie zu erwarten, war das Feld dort nicht so stark wie zuletzt in Darmstadt oder Regensburg. Dies gab mir die Möglichkeit ohne Taktieren einfach laufen zu können. Mein Traininsgkollege Oliver, der zuletzt am Wochenende mit 2 Hessenmeister-Titeln seine Klasse bewies, machte mir auf den ersten 500m Tempo und traf dabei genau die Vorgaben. Danach war ich auf mich gestellt und fühlte mich auch gut. Ich dachte, es klappt mit der deutschen Quali. Doch das war leider nicht der Fall. In 1:52,81 Minuten fehlt mir ziemlich genau eine Sekunde. Am Samstag laufe ich beim Vorprogramm in Mannheim und habe dort noch eine Chance, die Norm zu laufen, bevor Meldeschluss ist.

Trotzdem komme ich zunehmend zu einer positiveren Bewertung der Saison. Ein paar Mal hatte ich Pech. Gestern hat es nicht gereicht, aber die Zeit ist trotzdem die zweitbeste, die ich jemals lief. Natürlich habe ich das Ziel, die DM-Quali jedes Jahr zu laufen. Aber das Eichhörnchen ernährt sich bekanntlich geduldig. Oder eben die Katze. Was es mit der auf sich hat, könnt ihr ja mal googlen, falls ihr es noch nicht wisst. Damit sagen will ich nur – und das habe ich mir gestern, wo ich doch etwas nervös war – vor Augen geführt: Das ganze rumdenken, bringt nichts. Ob die Katze lebt oder nicht, weiß man erst, wenn man die Box öffnet, sprich läuft. Am Samstag sehen wir, wie es der nächsten Katze geht.

PS: Danke noch einmal an Oliver!

Bummeln mit Grummeln in Kassel

Published on: 19/06/2011
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Ich fang mal so an: Ich weiß wie sich eine vollgefüllte Metro in China zur Rush-Hour anfühlt. Wie ich jetzt darauf komme? Ich wurde daran heute in Kassel erinnert. Nachdem im Vorfeld einige der am Start stehenden kund taten, Tempo machen zu wollen (nicht nur mir gegenüber), passierte mal wieder das Gegenteil. Die ersten 100m wurden flott angegangen, so dass es schwer war, nach vorne zu kommen. Kurz darauf leiteten die Führenden eine Vollbremsung ein, wie sie angesichts der nassen Bahn meinem Polo wohl die Motorhaube gekostet hätte. Im Straßenverkehr würde ich ja darauf beharren, dass man zur Gefahrenabwehr auch mal rechts vorbeigehen kann. Der Weg war mir heute aber auch versperrt. Das Szenario für die nächsten 200 Meter war also folgendes:

  • 8 Läufer, die nichts für das Tempo tun wollen
  • 1 Läufer (= ich), der sehr gerne deutlich schneller laufen wollte, aber vorne, hinten, und rechts eingeklemmt war.

An dieser Stelle verweise ich zur Verdeutlichung auf das Bild (Quelle: Flickr.com/Remko Tanis. Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0).

Nach 400 Metern wurde meine Laune dann nicht besser. Der Führende entschied sich ruckartig, das Tempo anzuziehen. Der Zweitplatzierte, ihm zu folgen, und der Rest des Feldes, die beiden Sport treiben zu lassen und von hinten zuzusehen, inklusive mir als Aquarium-Gast.

Auf der Gegengerade konnte ich dann endlich ausbrechen (dafür ging es bis auf Bahn 3) und versuchte mich in einer irrwitzigen Verfolgungsjagd, die spätestens vom starken Wind auf der Zielgerade beendet wurde. Dort kamen dann auch meine dankbaren Freunde von Runde eins von hinten wieder heran und zum Teil vorbei. Als die Uhr für die Führenden oberhalb der DM-Norm stoppte und ich schon nicht mehr in den Top 3 war, ließ ich die letzten Meter austrudeln. Das hatte zur Folge, dass Vereinskollege Oliver aus dem anderen Lauf zeitlich noch vor mir platziert ist (was ich, hätte ich das gewusst, sicher nicht zugelassen hätte).

Joar und jetzt? Die Schuld nur auf die Anderen zu schieben ist natürlich zu billig. Es hätte, wenn auch mit etwas Mühe, zumindest die Möglichkeit gegeben, direkt zu Beginn nach vorne zu gehen. Hinterher ist man immer schlauer. Ein so eingeengtes Rennen jedenfalls habe ich bislang noch nicht einmal in der Halle erlebt.

Schneller langsam werden in Regensburg

Published on: 05/06/2011
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Letzte Woche hab ich taktisch Fehler gemacht. Gestern bin ich schlichtweg gestorben. In Regensburg war ich leider nur im C-Lauf, welcher nur aus fünf Personen bestand (seltsame Laufeinteilung, wo A- und B-Lauf doch Massenveranstaltungen waren). Das hatte zwar den Vorteil, dass man sich nicht auf den Füßen stand, aber wirklich Lauffeeling kam nicht auf. Es gab glücklicher Weise einen Tempomacher, sonst wären wir vielleicht heute noch auf der ersten Runde.

Besagter Tempomacher sollte eine 54 anschlagen. Ich setzte mich hinter ihm und machte wohl etwas zu viel Druck. Auf jeden Fall gingen wir knapp unter 52 Sekunden bei 400 Meter durch. Ein paar Schritte später war ich auf mich gestellt. In der letzten Kurve kamen dann von hinten zwei der anderen Läufer, von denen ich vorher im ganzen Rennen nichts gemerkt habe. Bis dahin fühlte sich die zweite Runde an, wie ein harter Tempolauf im Training – allein. Auf der Gerade ging dann nicht mehr viel bei meinen Beinen. In 1:54,06 Minuten und damit unter meinen Ansprüchen kam ich ins Ziel und war danach ziemlich k.o. Wenigstens das, fühlte ich mich nach den letzten Läufen doch meist wieder so, als hätte ich nichts getan, was einen psychisch ja schon beschäftigt.

Erst recht spät waren wir wieder aus Regensburg zurück und die Nacht habe ich nicht besonders geschlafen, wohl auch, weil es in meiner Wohnung einfach nur affenheiß ist. Ich sag ja immer: Nach einbem anstrengenden Wettkampf fühlt man sich, wie nach einer langen Party mit viel Getränken. Es kann jetzt jeder selbst entscheiden, was besser ist. Zumindets habe ich jetzt keine Kopfschmerzen (mehr). Und kann mich an alles erinnern.

Und wegen Quali und so? Aus ist’s erst, wenn’s aus ist. Der Lauf gestern war zwar der erste, der wirklich von der Form her nicht gut war. Aber dafür für meinen Trainer und mich sehr Erkenntnis bringend. Nun gilt es, richtig zu (re)agieren. Die Saison ist schließlich noch lang… Drückt mir weiter die Daumen, ja?!

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